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Stephaniritt zu Ehren des Hl. Stephan

Leben, Wirken und Tod des heiligen Stephanus



Der Trachtenverein "D´ Gleißentaler Oberhaching" nimmt jedes Jahr am zweiten Weihnachtsfeiertag mit einem Truhenwagen am traditionellen Stephaniritt in Oberhaching teil.
Beim Umzug wird die Pfarrkirche St. Stephan drei mal umrundet. Den Brauch des Stephaniritts kann man in Oberhaching bis ins 19. Jahrhundert zurück verfolgen. Mit Ausbruch des 2. Weltkriegs fanden die Umritte allerdings ein vorübergehendes Ende.
Seit Mitte der 1970er Jahre finden allerdings wieder jährlich Umritte mit großer Teilnehmer- und Zuschauerzahl statt.

 

zu de Buidl Stephaniritt 2017

Stephanus (* ca. 1 n. Chr.; gestorben ca. 36/40 n. Chr.) ist im Neuen Testament ein Diakon der Jerusalemer Urgemeinde. Er gilt als erster christlicher Märtyrer.

Stephanus war der erste von sieben Diakonen der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem; diese Diakone waren von den Aposteln durch Handauflegung geweiht worden, nachdem in der Gemeinde ein Konflikt zwischen Mitgliedern mit griechischem Hintergrund und solchen mit traditionell jüdischem aufgetreten war um die Frage der Versorgung von Witwen. Diakone waren nun zugleich für die Glaubensverkündigung zuständig wie auch für die sozialen Belange der Gemeinde und hatten den Rang von Gemeindeleitern, die in ihrer Bedeutsamkeit nahe an die Apostel heranreichten (Apostelgeschichte 6, 1 - 7). Stephanus war ein Mann voll Gnade und Kraft, tat große Wunder und Zeichen unter dem Volke(Apostelgeschichte 6, 8).

Durch eine seiner Predigten geriet Stephanus mit den hellenistischen Juden in Jerusalem in Konflikt. Sie brachten ihn unter dem Vorwurf der Reden wider die heiligen Stätten und das Gesetz mit falschen Zeugen vor den Hohen Rat (Apostelgeschichte 6, 9 - 15). Er durfte seine Verteidigungsrede, in der er seinen christlichen Glauben bekannte und den Vorwurf des Prophetenmordes und der Nichtbeachtung der durch Mose überbrachten Gebote erhob, nicht zu Ende führen. Die Richter sahen sein Antlitz wie das eines Engels strahlen, hielten sich aber die Ohren zu vor seiner flammenden Verteidigungsrede, mit der er sein Bekenntnis ablegte. Die in Apostelgeschichte 7, 2 - 53 wiedergegebene, eindrucksvolle Rede belegt, dass Stephanus noch vor Paulus den universellen Anspruch des Christentums verkündete.

Stephanus wurde am Ende seiner Rede die Vision zuteil, wie Jesus zur Rechten Gottes steht; als er dies mitteilte, wurde er als Gotteslästerer empört umringt und von der aufgebrachten Menge vor den Stadttoren - nach der Überlieferung beim Damaskus-Tor - gesteinigt. Er sah den Himmel offen, kniete im Gebet nieder, befahl seinen Geist Jesus, sank in die Knie, und rief: "Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!" (Apostelgeschichte 7, 54 - 60).

Stephanus ist der erste, von dem überliefert wird, dass er wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus getötet wurde. Damit gilt er als der erste Märtyrer oder auch Erzmärtyrer.

In der ostkirchlichen und römisch-katholischen Ikonographie wird Stephanus als Diakon dargestellt, oft gemeinsam mit Laurentius und Vinzentius. In einer Hand hält er eine Märtyrerpalme, in der anderen Steine. Gelegentlich liegen diese auch auf einem Evangelienbuch, das er hält, oder neben ihm.

Stephanus ist in der katholischen Kirche Schutzheiliger der Böttcher, Kutscher, Maurer, Steinhauer, Pferdeknechte, Weber, Schneider und Zimmerleute. Angerufen wird er bei Besessenheit, Kopfschmerzen, Steinleiden und für eine gute Sterbestunde. Seine Funktion als Patron der Pferdeknechte beruht möglicherweise auf vorchristlichen Kultbräuchen.

Dem heiligen Stephanus sind viele Kirchen geweiht, zahlreiche Orte sowie christliche Einrichtungen in aller Welt sind nach ihm benannt. Der 26. Dezember ist im Kalender der römisch-katholischen Kirche, altkatholischen Kirche, der lutherischen Kirchen und der anglikanischen Kirche der Gedenktag des heiligen Stephanus. Fällt der 26. Dezember auf einen Sonntag entfällt in der katholischen Kirche das Fest des hl. Stephanus.

Die Steinigung des hl. Stephanus

Bernardo Daddi: Das Martyrium des Stephanus, Fresko, 1324, in der Kirche Santa Croce in Florenz




Quellen:
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienS/Stephanus.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Stephanus
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